Whale Watching Ship at Húsavík © Markus Backes

Roadtrip Island Tag 8.2 – Whale Watching vor Húsavík

Fortsetzung von Tag 8.1.

Drei organisierte Ausflüge haben wir während unseres Island-Roadtrips 2015 gemacht: Schnorcheln in der Silfra-Spalte, Reiten auf Islandpferden im Süden der Insel und Whale Watching vor Húsavík. Und weil das Whale Watching definitv eines meiner Highlights unserer Reise war, gibt es hierzu einen eigenen Arikel auf Blick auf.

Auf dem Weg zum Whale Watching vor Húsavík

Für den Abend haben wir eine Whale Watching Tour gebucht, die in Húsavík startet. Es gibt mehrere Anbieter für diese Touren auf der Insel, wir haben uns für die Firma Gentle Giants in Húsavík entschieden. Gut gefallen hat uns nämlich bei ihnen, dass sie einem klar definierten „Code of Conduct“ folgen, bezüglich der Annäherung an die Wale. Von anderen Reisenden haben wir bisher auch nur Gutes gehört.
Nach unseren Erkundungen im Tal des Eyjafjörður am Vormittag heißt es dann jetzt wieder: ab ins Auto und ein gutes Stück (ca. 100 km) Ringstraße zurück gefahren. Vorher haben wir uns noch schön dick eingepackt, so mit Strumpfhose und langärmligem Shirt unter der Fleecejacke. Und dadrüber natürlich noch die Regenjacke mit eigenem Fleeceinnenteil. Wir werden schließlich aufs Polarmeer hinaus fahren und auf See ist es ja eh immer etwas kühler als an Land.

Unterwegs machen wir noch einen kleinen Stopp am Ufer des Eyjafjörður und klettern auf einen kleinen orangefarbenen Leuchtturm auf. Der Blick ist toll und ICH LIEBE LEUCHTTÜRME! Gruselig wird es nur beim Runterklettern – der Leuchtturm ist über eine offene Sprossenleiter aus Metall zugänglich. Hoch ist gar kein Thema, aber runter, da freut sich die Höhenangst. 😉 Aber alles geht gut – natürlich – und wir können weiter.

Blick vom Leuchtturm in den Ejafjördur © Cora Berger | greenshapedheart.de

Whale Watching vor Húsavík – eines meiner Highlights dieser Reise

Wir parken direkt vor dem Office von Gentle Giants und gehen uns erst einmal „einchecken“ für unsere Tour. Die Dame im Büro ist sehr nett, erklärt uns in aller Ruhe, was sie wahrscheinlich mehrer hundert Male am Tag erklärt. Mir ist leicht mulmig, ich habe Bedenken, wieder seekrank zu werden. Aber sie beruhigt mich, das Meer sei heute recht ruhig. Außerdem gibt sie mir ein Schnapsglas mit einem leichten Mittel gegen Seekrankheit. Ich trinke es – und wenn es nur dafür ist, mich zu beruhigen. Es gibt wohl noch ein stärkeres Mittel, aber so schlimm ist es dann doch nicht, denke ich. Da wir einige Zeit vor Abfahrt in Húsavík sein sollten, haben wir jetzt noch Zeit.

Wir schlendern hinunter zum Hafen. Húsavík ist ein süßes kleines Städtchen mit einem historischen Fischerei- und Walfanghafen. Es gibt hier auch das „The Húsavík Whale Museum“, das den Besuchern einen Einblick unter die Meeresoberfläche gibt. Das Leben der Wale und ihre Umgebung werden hier erklärt. Außerdem werden auch Forschungen über die Wale in der Bucht vor Húsavík, Skjálfandi, von den Betreibern des Museums durchgeführt.

Hafenhäuser Husavik © Cora Berger | greenshapedheart.de

Direkt am Wasser steht eine kleine mobile Imbissbude. Da wir noch nichts gegessen haben und das Abendessen wegen der späten Tour aufs Meer wohl ausfällt heute, holen wir uns noch schnell hier etwas. Ich bin begeistert, denn in dieser Mini-Imbissbude gibt es doch tatsächliche vegane Hot Dogs – und sie schmecken echt gut! Was für ein Tag – die Sonne scheint, es gibt leckeres Essen, gleich fahren wir hinaus aufs Meer.

Um 19:40 Uhr heißt es für uns und eine Handvoll andere dann endlich: an Bord! Unser Schiff heißt Falður. Es ist eines der alten, restaurierten Fischereischiffe, schön aus Holz und früher mal mit Segeln. Viel Platz ist hier drauf nicht. Unter Deck gibt es eine winzige Toilette, an Deck ein paar Sitzbänke und den Ausguck auf dem Führerhaus. Heißt das so bei Schiffen? Keine Ahnung…

Boot Faldur Gentle Giants Husavik © Markus Backes
Ab auf’s Boot © Markus Backes

Wir werden sehr freundlich von unserem weiblichen Tourguide empfangen und willkommen geheißen. Ihren Namen habe ich leider vergessen. Auf jeden Fall weist sie uns auf die Thermoanzüge hin, die an Bord sind und die man sich gerne überziehen kann. Draußen wird es kalt, sagt sie, und schnappt sich selber ihren Anzug. Prima, ich will auch so ein Teil. Ich bin echt verfroren und habe lieber zu warm.

Der Kapitän startet den Dieselmotor und laut tuckernd geht es durch den Hafen hinaus in die weite Bucht Skjálfandi. Unser Guide steht oben auf dem Ausguck und erklärt und zunächst das Schiff und seine Sicherheitsvorkehrungen. Dann gibt es viele, viele Infos über die Wale und Delfine, die man hier vor Island sehen kann. Wir befinden uns hier nur ca. 50 km südlich des nördlichen Polarkreises. Weiter draußen in der Bucht können wir dann vom Schiff aus auch Lundey, die Insel der Papageitaucher, sehen. Sie wird auch „Puffin Island“ genannt. Wir lernen außerdem, dass die Bucht „Skjálfandi“ übersetzt „Shaky Bay“ heißt, wörtlich auf Deutsch „die Zitternde“. Hier läuft der mittelatlantische Rücken, auf dem wir schon im Þingvellir Nationalpark unterwegs waren, hinaus nach Norden. Daher gibt es hier häufig Erdbeben, meist aber nur sehr schwach.

Allein für die Fahrt hinaus in die Bucht, auf das blaue Meer und der Sonne entgegen hat sich das hier schon fast gelohnt. Ich genieße es und alle Bedenken wegen Seekrankheit sind wie weggefegt. Es ist herrlich! Hoffentlich taucht jetzt noch ein Wal auf!

Whale Watching Husavik an Bord der Gentle Giants © Markus Backes
Glücklich und ganz dick eingepackt © Markus Backes

Und dann ist es so weit! Endlich – ein Buckelwal

In der Ferne sehen wir den Blas eines Wals, sein Atem steigt wie ein Springbrunnen in die kalte Luft. Der Kapitän steuert das Schiff auf den Punkt zu. Die Aufregung steigt spürbar bei allen auf dem Boot. Mit einem lauten Krachen taucht plötzlich nur ein paar Meter vor dem Boot ein Wal auf – ich kann die große Schnauze sehen, die pockenartigen Beulen und die Barten. Es ist ein Buckelwal! Und so nah! Wow! Klick, klick, klick – die Kameras und Smartphones aller Teilnehmer sind im Dauerbetrieb. Klar. 🙂

Whale Watching vor Husavik mit Gentle Giants © Markus Backes
Der erste Wal direkt vor dem Boot © Markus Backes

Es ist unheimlich faszinierend! Immer wieder taucht der Wal auf, mal links, mal rechts vom Boot. Für gut eine halbe bis dreiviertel Stunde fahren wir in der Bucht umher, mal mehr mal weniger nah am Wal dran. Ein zweiter taucht auf, etwas weiter weg. Mal dauert es fünf Minuten bis er von seinem tiefen Tauchgang zurück an die Oberfläche kehrt zum Atmen, mal zehn.

Whale Watching Husavik © Markus Backes
© Markus Backes

Whale Watchinh Husavik Diving Whale © Markus Backes

 

Hier noch ein kleines Video von uns. Die nette Stimme im Hintergrund ist übrigens unser kanadischer Guide.

Irgendwann wird es Zeit, sich auf den Rückweg zum Hafen zu machen. Wir sehen den Wal immer noch mal auftauchen und atmen, dann verschwindet er wieder in den Tiefen der Bucht. Ein Papageitaucher schaukelt neben dem Boot auf einer Welle vor sich hin. Auch er wird zum Fotomotiv der vielen Kameras an Bord. Während der Rückfahrt gibt es noch heiße Schokolade und isländische Dognuts, „Kleinur“, zum Aufwärmen. Was für ein tolles Erlebnis!!

Heimfahrt vom Whale Watching in der Mitternachtssonne

Die Sonne steht tief, es ist schon fast 22 Uhr als wir zurück im Hafen sind. Müde und glücklich machen wir uns auf den Weg nach Akureyri, zurück zum Hotel. Jetzt ist es richtig still und einsam auf der Ringstraße. Die Sonne sinkt immer tiefer, aber komplett weg ist sie nicht. Vom Hotel aus haben wir um kurz vor 00:30 Uhr noch einen fantastischen Blick in den goldenen Eyjafjörður.

Mitternachtssonne im Eyjafjördur © Markus Backes
Nachts um 0:30 Uhr

Müde und voller Eindrücke von diesem fantastischen Tag fallen wir in unser warmes und weiches Bett in dieser Nacht. Góða Nótt!

Dieser Beitrag erschien zuerst im September 2015 auf meinem Vorgängerblog „Blick auf“.

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3 Kommentare zu “Roadtrip Island Tag 8.2 – Whale Watching vor Húsavík

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