Schneeschuhwandern Reinsfeld © Cora Berger | greenshapedheart.de

Schneeschuhwanderung im Hochwald

Mitte Januar 2017. Das Saarland, der rheinland-pfälzische Hunsrück (und natürlich noch viele Gebiete anderswo) haben seit Anfang des Monats einen weißen Mantel. Es ist kalt und oft klar und sonnig, so richtig Winterwonderland. Seit Tagen warte ich auf die Ankündigung von der Tourist-Information Hermeskeil, dass die geführten Schneeschuhwanderungen stattfinden können. Und endlich ist es soweit: Ein Facebookpost kündigt eine geführte Schneeschuhwanderung für Sonntag, 22. Januar an. Kostenpunkt: 10,- € pro Nase. Zusammen mit zwei Freundinnen melde ich mich an und freue mich in den kommenden Tagen wie Bolle darauf! Habe ich noch nie gemacht und wollte ich unbedingt mal probieren.

Als ich an diesem Sonntagmorgen daheim im nördlichen Saarland losfahre, liegt nur noch ein feiner Schleier Schnee. Na hoffentlich ist da oben im Hochwald besser. Und tatsächlich, mit jedem Höhenmeter wird die Schneedecke dicker. Ähnlich ging es uns übrigens am Tag zuvor als ich unbedingt Snowrafting mit meinem Packraft ausprobieren wollte. Was so ein paar Meter doch ausmachen. Später habe ich übrigens festgestellt, dass es mehr als „nur ein paar“ Meter sind.

Angekommen am Sportplatz Reinsfeld bei Sonnenschein geht es direkt los. Wanderführer Rainer Peter stellt sich kurz vor, erzählt, wie man bei der Tourist-Information Hermeskeil auf die Idee mit den Schneeschuhen kam – Danke, dass ihr so tolle Dinge anbietet! – und gibt uns dann eine kurze Erklärung zu den Schuhen. Die Wanderung ist voll ausgebucht, 16 Gäste sind wir. Jeder schnappt sich ein Paar der Schuhe, immer gut darauf achten, dass man einen Rechten und einen Linken hat, und probiert sich am Anziehen.

Schneeschuhe der TI Hermskeil © Cora Berger | greenshapedhear.de

Ich trage meine normalen Wanderschuhe und komme sehr gut in die Halterung. Es erinnert mich an diese Rollschuhe zum Anschnallen, die ich als Kind mal hatte. Nur, dass sich hier die Ferse frei bewegen kann. Nachdem beide Füße in den Riemen sind, gehe ich ein paar Schritte. Fühlt sich witzig an, völlig ungewohnt. Herr Peter zeigt uns, wie man am besten läuft. Eigentlich sieht es aus als würde man mit den Schneeschuhen durch den Schnee schlurfen. Anschließend bekommt jeder noch zwei Wanderstöcke und dann geht es los in den Wald.

Unterwegs mit Schneeschuhen bei Reinsfeld © Cora Berger | greenshapedheart.de

Und jetzt: Meine erste Scheeschuhwanderung

Erster Eindruck: Leise ist Schneeschuhwandern nicht. Wir machen wirklich einen Haufen Krach während wir da so durch den Schnee stapfen. Der breite Weg, auf dem wir Richtung Rösterkopf unterwegs sind, ist schon platt getreten und teils vereist. Da sind die Schneeschuhe mit der kleinen Kralle auf Höhe meiner Ballen schon gut, denn gestern bin ich auf so einem vereisten Stück ausgerutscht. Auf den ersten Metern müssen wir immer wieder kurz anhalten, dem ein oder anderen rutscht der Schneeschuh vom Wanderschuh, da muss kurz nachjustiert werden.

Winterwonderland bei der Schneeschuhwanderung Reinsfeld © Cora Berger | greenshapedheart.de

Das Wetter ist traumhaft. Die Sonne scheint, der Wald ist verschneit, es ist perfekt. Schade, dass wir dieses Winterwonderland hier so selten haben. Ich genieße die Landschaft, die Sonne und die Kälte – Winter ist schon was tolles!

Unterwegs erzählt uns Herr Peter immer wieder Wissenswertes über die Region und die Landschaft, in der wir uns befinden. Für den Sommer nehme ich mir hier eine Anregung mit, denn die MTB-Strecke, von der er erzählt, reizt mich. Na, mal sehen, ich komme bestimmt ohne Schnee und mit dem Bike wieder.

Schneewald während der Schneeschuhwanderung Reinsfeld © Cora Berger | greenshapedheart.de

Schneebedeckte Wege bei Reinsfeld © Cora Berger | greenshapedheart.de

Wir verlassen den Hauptweg, der Schnee wird dicker und pulveriger. Da machen die Schneeschuhe gleich noch mehr Spaß, ich ahne, was im Tiefschnee damit möglich sein könnte. Ein kleiner Anstieg steht uns bevor und dann sind wir auch schon am höchsten Punkt unserer Tour, etwas unterhalb des Rösterkopfs. Unsere Gruppe ist relativ sportlich und fit unterwegs, so dass wir entscheiden, noch einen Abstecher zur Ruwerquelle zu machen.

Unterwegs müssen wir übrigens zweimal eine Straße queren. Hier achtet Herr Peter darauf, dass immer nur wenige Wanderer gleichzeitig auf die andere Seite unterwegs sind. Dann warten wir kurz, hören, ob ein Auto kommt, und wenn alles ruhig bleibt, wird der nächste Trupp auf den Weg geschickt.

Ruwerquelle bei Reinsfeld im Schnee © Cora Berger | greenshapedheart.de

Auf kleinen Pfaden

An der Ruwerquelle angekommen, überlegt Herr Peter an unserem Rückweg nach Reinsfeld. Er entscheidet sich letztendlich für ein Stück der Traumschleife „Hochwald Acht“. Jetzt wird es wirklich wild, denn hier waren bisher noch nicht viele Wanderer unterwegs. Mit den Schneeschuhen tapsen wir hintereinander vorsichtig den schmalen Pfad bergab, über Wurzeln und Steine. Anschließend geht es noch ein Stück über einen weiteren Pfad im Wald bevor wir wieder auf einem großen Hauptweg ankommen, der uns schnurstracks zurück nach Reinsfeld führt. Nach unserem pfadigen Stückchen Weg gibt es für alle ein kleines, von Herrn Peter selbstgemachtes „Leckerli“: kandierter Ingwer und Quittenbrot. Mmmmh, schmeckt lecker und der Zucker bringt uns etwas müde Wanderer wieder auf die Höhe. Hey, eine Schneeschuhwanderung ist echt anstrengend. Vielleicht auch gerade nur, weil ich es noch nie gemacht habe und sich der Bewegungsablauf noch nicht automatisiert hat.

Winterwonderland bei Reinsfeld 2017 © Cora Berger | greenshapedheart.de

Nach gut dreieinhalb Stunden (gesamte Dauer) und etwas mehr als 9 Kilometern kommen wir wieder am Sportplatz Reinsfeld an. Ein kurzes Abschlussgespräch, ein Abschlusstrunk, dann befreien wir die Schneeschuhe von Eis und Schnee, soweit möglich, und packen alles wieder ein. Puh, meine Füße fühlen sich auf einmal total leicht an. 😉

Hier noch unsere Strecke in der Übersicht:

Mein Fazit

Toll, dass solche Schneeschuhwanderungen bei uns in der Region möglich sind! Das war wirklich eine ganz neue Erfahrung für mich, aber ich glaube, ich müsste es nicht noch mal bei vergleichsweise „wenig“ Schnee machen. Im tiefen Pulverschnee würde ich es aber auf jeden Fall noch mal ausprobieren, da haben mir die kurzen Stücke im Wald viel Spaß gemacht. Rainer Peter war ein prima Wanderführer, der immer gut auf die ganze Gruppe geachtet hat und jedem mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Begeisterung für seine Tour war ihm anzumerken, sehr sympathisch. Insgesamt also ein rundum gelungene Wanderung auf Schneeschuhen. Wenn Du das noch nicht kennst, kann ich Dir nur ans Herz legen, hier mal eine Tour mitzumachen oder Dir unter der Woche Schneeschuhe bei der Tourist-Information Hermeskeil auszuleihen.

Übrigens: Eine Woche später waren die beiden Bloggerkolleginnen von „Aktiv durch das Leben“ auch mit auf der Schneeschuhwanderung. Wie das Ganze bei weniger Schnee klappt, lest ihr auf ihrem Blog.

Hinweis: Ich habe meine Teilnahme bei der Schneeschuhwanderung selber bezahlt und schreibe darüber, weil ich diese Erfahrung gerne mit Dir teilen möchte.

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