Wakeboarden Riol Header © Cora Berger

„Hang loose!“ – Wakeboarden am Freizeitsee Triolago an der Mosel

Die schönsten oder lustigsten Aktivitäten entdeckt man meistens per Zufall, habe ich festgestellt. So war es auch im Fall des Freizeitsees Triolago in Riol an der Mosel. Dass es in dem kleinen Ort in der Nähe von Trier einen Freizeitsee mit Campingplatz gibt, wusste ich seit ein paar Jahren. Aber erst vor Kurzem ist mir ein Flyer des „Wakeparks Riol“ in die Hände gefallen. Nach dem ersten Blick auf die Website war klar: das probieren wir aus! Ist nicht weit von uns und klingt nach einem Haufen Spaß! Also, los geht’s, begleitet uns an den Triolago an der Mosel und auf einen Surfertag.

Wakeboardinganalage TRiolago Riol Übersicht © Cora Berger

Ich habe seit meinem 14. Lebensjahr mehrere Windsurfkurse gemacht (mag ich, macht Spaß und ist ein toller Sport für warme, windige Sommer- und für windige Herbsttage), im Sommer 2012 haben wir Kitesurfen auf Fuerteventura ausprobiert (das hat bei mir eher mäßig funktioniert, ich habe selten so viel Salzwasser geschluckt und so viele blaue Flecken gehabt), also sollte das Wakeboarden doch auch ganz gut gehen, dachte ich. Mitte Juli und Anfang August 2015 waren wir dann je einen halben Tag am Triolago.

Es gibt hier übrigens ein sehr, sehr großes Freizeit- und Urlaubsangebot. Das reicht vom Hotel, Ferienhaus, Campingplatz und Weinfass zum Übernachten über eine Spielgolf- und eine Fußballgolfanlage bis hin zu einer Allwetterrodelbahn. Bei letzterer wusste ich bis dahin gar nicht, das es das gibt. Ach so und natürlich gibt es einen Badestrand und Tretboote. Hier lässt sich also mindestens ein Sommertag gut und voller Abwechslung verbringen. Den vielen Sprachen nach zu urteilen, die wir jetzt in der Ferienzeit hier so gehört haben, sind auch viele Urlauber aus unseren Nachbarländern hier und genießen den Sommer.

Spielgolfanlage Triolago Mosel © Cora Berger

Die Anlage am Freizeitsee Triolago

Am Triolago gibt es zwei Wakeboarding- bzw. Wasserskianlagen. Ob nun Wasserski oder Wakeboard bleibt übrigens dem eigenen Geschmack überlassen, ich habe mich für das Wakeboard entschieden, weil ich schon Kitesurfen und Snowboarden ausprobiert habe. Außerdem schien mir die Koordination nur eines Brettes unter meinen Füßen leichter als die von zwei auf einmal, aber laut Betreiber ist es leichter, Wasserski fahren zu lernen und dann auf das Wakeboard umzusteigen. Na gut, also wir haben jedenfalls mit dem Wakeboard angefangen. Deswegen werde ich im Weiteren nur von „Wakeboarden“ sprechen.

Übersicht Wakeboarding Triolago © Cora Berger

Nachdem man sein Auto auf dem Parkplatz zwischen Mosel und dem See losgeworden ist, macht man sich zu Fuß auf zum See, vorbei am Campingplatz und der Spielgolfanlage. Der Eingang zum Badestrand, ein Imbiss und eine Beachbar sowie die Toiletten befinden sich ebenfalls direkt dort. Alles sieht irgendwie noch etwas provisorisch aus, der Badestrand wird von einem Bauzaun vom Rest getrennt (kostet nämlich Eintritt), die Basis der Wasserski-Anlage sowie die Toiletten befinden sich in Containern und überall liegt noch Sand und Kies. Vielleicht kommt da noch was und die Bauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, weiß ich nicht. Aber mich stört das nicht, die vielen anderen Gäste scheinbar auch nicht. Von hier aus sieht man auch schon die beiden Wakeboard-Anlagen und die ersten Wakeboarder über das Wasser flitzen. Es gibt eine große Fünf-Mast-Anlage, hier geht es richtig ab, und eine kleine Zwei-Mast-Anlage, auf der die Anfänger zuerst üben können.

Zur Struktur noch: Im Prinzip gibt es einen großen See, in einen Arm wurde Fünf-Mast-Anlage gebaut, an dessen Ausgang findet man die Zwei-Mast-Anlage. Dahinter beginnt der Bereich für die Tretboote und Schwimmer. Gut aufgebaut, finde ich, denn alles hat seinen Bereich, man kommt sich nicht ins Gehege. Außerdem kann man jederzeit auch als Nicht-Badegast oder sonstiger Besucher um den Triolago spazieren oder Radfahren. Oder mit dem Segway fahren, denn auch das wird hier angeboten. Einen Lageplan des Sees findet ihr zum besseren Verständnis übrigens hier.

Strand Liegstühle am Triolago © Cora Berger

Wie ist das denn jetzt mit dem Wakeboarden?

Nachdem wir uns also angemeldet und bezahlt haben, bekommen wir Bändchen (bunt und für 1 Stunde beschriftet mit der Uhrzeit, für die Tageskarte eine andere Farbe) und unsere Ausrüstung. Es gibt direkt neben der Kasse, die übrigens auch die Tretbootkasse ist, Umkleiden für Männlein und Weiblein. Zuerst bekommen Neulinge dann eine kurze mündliche Einweisung in die Dos und Don’ts auf der Bahn, dann geht es zur Zwei-Mast-Anlage. Hier sitzen und stehen wiederum mindestens zwei nette Menschen, die uns das Board und das Fahren mit selbigem erklären, sie steuern auch die Anlage. Danach geht es dann auf’s Brett, wir stellen uns an der Schlange der Anfänger an.

Trioalago Wakeboarding Anlage © Cora Berger

Gestartet wird im Sitzen auf dem Steg, die Füße am Brett im Wasser. „Skifahrer“ starten übrigens in der Hocke vom Steg aus, habe ich beobachtet. Sieht witzig aus, mich hat es ein bisschen an Skisprung auf den ersten Metern der Schanze erinnert. Als Wakeboarder sitze ich jetzt also auf dem Steg, die Füße im Wasser in den Schlaufen des Bretts. Eine liebe Instructorin erklärt mir, dass ich mit den Fersen das Brett nach unten drücken und auf den ersten Metern erst einmal quer fahren soll. Die Arme bleiben gestreckt, die Hände halten die Bar aus Holz, diese wiederum ist an der Leine befestigt, die mit einem Schlitten auf dem Seil zwischen den Masten hin und her läuft. Körperspannung ist gefragt. Dann sagt sie „Geht los!“. Der Schlitten im Seil oben fährt langsam los, die Bar spannt sich, meine Füße stemmen sich gegen das Brett, ich stehe auf. Und liege quasi direkt wieder im Wasser des Triolagos, natürlich mit einem lauten Platsch! Ach, wie schön, das es knapp 30 Grad sind. Das Seil fährt die Bahn weiter und kommt zurück, ich schwimme derweil das Board vor mir her schiebend zurück zum Ausstieg. Dort angekommen stelle ich mich wieder an. Nächster Versuch. Und noch einer. Und noch einer. Und noch einer. Hey, beim vierten Mal bin ich immerhin schon mal bis an die erste Boje gefahren – leider muss ich auch dementsprechend weit zurück schwimmen ans Ufer.

Mein leerer Magen meldet sich, wir beschließen erst einmal eine Pause zu machen. Hier am Triolago an der Wakeboardinganlage gibt es viele Sitzplätze und Liegestühle, einige mit Sonnenschirm, der heute nötig ist. Es gibt für mich ein paar Pommes, mein Freund genehmigt sich eine Currywurst. Er ist übrigens inzwischen schon seine vier Runden auf der Fünf-Mast-Anlage gefahren.

Durch die Pause scheint es bei mir „Klick“ gemacht zu haben. Beim nächsten Versuch bleibe ich stehen, fahre bis zum zweiten Mast während es immer schneller wird, bekomme sogar die Drehung im Wasser liegend hin und kann noch aufstehen und fahrend den Rückweg zum Steg antreten. Die Fahrt wird schneller – ich verliere die Kontrolle und liege schon wieder im Wasser. Aber ich bin stolz wie Oskar! Beim nächsten Mal klappt es noch besser, ich fahre wieder komplett zurück. Das darf ich dann noch zweimal machen, bis mir die Instructorin zuruft „Du kannst dann jetzt rüber gehen. Aber pass auf, der Anzug ist viel stärker als hier.“ Yay, ich bin gespannt und habe aber gleichzeitig auch Respekt, die andere Seilbahn zieht stärker im immer gleichbleibenden Tempo „…und Du musst Kurven fahren!“

Komplettansicht Anlage Triolago © Cora Berger

Naja, zumindest wenn Du soweit kommst. Auch hier ist viel los, sodass wir relativ lange anstehen. An der Fünf-Mast-Anlage können immer mehrere Wassersportler gleichzeitig unterwegs sein. Am Start gibt es einen Einstieg für Wasserskifahrer und im Stehen startende Wakeborader und einen Einstieg für alle, die im Sitzen starten. Mehrer Jungs (sogenannte Liftboys, wie ich später gelernt habe) bedienen hier die Anlage, es läuft Musik und es fühlt sich so richtig nach einem Sommer-Surfer-Tag an.

Ist man dran, bekommt man die Bar in die Hand gedrückt, als Anfänger erklärt einem ein Instructor noch ein paar Dinge zur großen Bahn und dann kommt irgendwann entweder ein leeres Seil oder ein anderer Wassersportler, der seine maximal vier Runden gefahren ist. Der nächste Slot gehört dann Dir. Der Schlitten nimmt quasi Dein Seil auf, es gibt einen Ruck und Du bist auf dem Wasser. Oder darin. Das dann eher, wenn es Dein erster Versuch ist. Bei mir hat es zwei Versuche gebraucht, beim dritten konnte ich den stärkeren Anzug dann halten und bin tatsächlich ein gutes Stück gefahren. Vorbei am ersten Hindernis, das übrigens nur Fahrer mit Helm und eigenen Equipment nutzen dürfen. Wenn man das kann, sieht das richtig geil aus! So, und dann habe ich angefangen über meine Arme nachzudenken, müssen die jetzt lang ausgestreckt sein oder doch eher etwas angewinkelt – platsch, hatte ich wieder die Balance verloren. Also wieder schwimmen. Zum Glück sind an der großen Anlage des Triolagos überall alle paar Meter Ausstiege und Wege rund um den See herum, so dass man nicht komplett zurück schwimmen muss. Das wäre sportlich. Aber so klemmt man einfach sein Board unter den Arm und geht zurück zum Einstieg.

Riol Wakeboarding So geht's © Cora Berger
So sieht es aus, wenn es klappt

An diesem Tag brauche ich keine Kurven mehr fahren, nach meinem dritten Versuch und dem ersten Erfolg am Fünf-Master haben wir den Tag in Riol ausklingen lassen. Es ist schon früher Abend und damit später geworden als wir dachten. Wir ziehen uns um, genehmigen uns in der Abendsonne und der entspannten Atmosphäre ein kühles, alkoholfreies Getränk und treten anschließend den Heimweg an.

Tretboote am Triolago © Cora Berger

Was kostet der Spaß?

Parken am Triolago auf dem ausgewiesenen Parkplätzen kostet 3,- € pro Tag. Meiner Meinung nach ein super Preis. Warum allerdings trotzdem viele, viele Besucher ihre Autos entlang der eh schon engen Zufahrtsstraße abstellen um nicht zu bezahlen, ist mir schleierhaft.

1 Stunde Wasserski fahren kostet 16,- €, Wakeboarden in derselben Zeit 26,- €, man bezahlt das Board extra dazu. 2 Stunden kosten 22,- € / 32,- €, die Tageskarte liegt bei 33,- € / 43,- € pro Erwachsenem. Beim ersten Mal hat 1 Stunde gereicht, es war nicht viel los und mein Freund konnte quasi dauernd fahren. Beim zweiten Besuch war es deutlich voller, hier haben wir erst einmal eine Stunde gekauft und dann später auf die Tageskarte aufgezahlt (nach einer Stunde hatten wir gerade mal dreimal das Brett und uns im Wasser, weil so viel los war). Im Preis enthalten ist eine Schwimmweste, die Einweisung und ein Paar Wasserskier. Weiteres Equipment (Helm, Neoprenanzug) kostet extra, die Infos dazu findet ihr auf der Website des Betreibers. Ich fand das insgesamt nicht teuer, mir und uns war es den Spaß definitiv wert.

Getränke und kleine Snacks (Pommes, Currywurst, Eis) gibt es oben an der besagten Imbissbude, auch hier herrschen für meine Begriffe humane Preise. Ich hatte eine Portion Pommes, mein Freund eine Currywurst, zusammen haben wir 5,50 € bezahlt.

Was muss/kann/sollte ich selber mitbringen?

Aus meiner Sicht reichen hier Badekleidung (Badeshorts, Bikini oder Badeanzug), Flip Flops für den Weg zum Imbiss und zu den Toiletten, Handtücher und eventuell Sonnencreme und Spaß am Ausprobieren. Wir haben zusätzlich noch unsere eigenen Neoprenshortys dabei gehabt, für kühlere Tage würden wir den langen Neopren einpacken. Einen Anzug (lang oder kurz) kann man sich aber auch vor Ort leihen. Im übrigen ist das kein Muss, sicherlich reichen auch die normalen Badeklamotten und/oder eine Boardshort aus. Ich friere schnell, deswegen war ich froh mit meinem Neoprenanzug.

Empfehlenswert?

Ein eindeutiges „Ja!“ von meiner Seite! Ich gebe zu, das Wakeboarden hat mich zuerst Überwindung gekostet, aber dann war es klasse und es ist einfach motivierend, die ersten Meter zu fahren und dann zu merken, wie schnell man Fortschritte macht. Das Boarden über das Wasser, die Geschwindigkeit, der Fahrtwind, die anderen Boarder, die zum Teil Sprünge und Saltos einbauen – das macht alles einfach Spaß!

Cora am Triolago © Markus Backes
Happy nach dem ersten Mal Wakeboarden!

An der gesamten Anlage herrscht eine total entspannte Atmosphäre, wie ich sie auch schon aus dem ein oder anderen Surfcamp kennen. Es fühlt sich so richtig wie der lockere, sommerliche Surferlifestyle an hier am Triolago. Gutes Wetter tut natürlich sein übriges dazu, aber auch beim ersten Mal war es so, trotz fehlender Sonne am Himmel. Wir kommen auf jeden Fall wieder! Zum Glück haben wir es gar nicht weit, so dass wir wohl in Zukunft öfter auf dem Brett unterwegs sein werden.

Also: probiert es aus! Die Bahnen kann man übrigens auch mieten mit einer gewissen Anzahl an Personen. Alle weiteren Infos zur Anlage findet ihr unter www.wasserski-triolago.de, zum restlichen Angebot am Triolago unter www.triolago.de.

Dieser Post erschien zuerst im August 2015 auf meinem Vorgängerblog „Blick auf“.

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2 Kommentare zu “„Hang loose!“ – Wakeboarden am Freizeitsee Triolago an der Mosel

  1. Hey Cora,

    danke für den Beitrag und natürlich das Ausprobieren!
    Wusste bisher noch gar nicht, dass es eine Wakeboard Anlange in der Nähe gibt!
    Das möchte ich auch gerne mal versuchen, (falls es sich denn mal zeitlich bei mir ergibt).
    Bisher habe ich es schon oft hinter einem Boot gemacht, aber noch nie an einer Maschine.

    Top Beitrag 🙂
    Weiter so!
    Und viel Erfolg mit dem neuen Blog!

    Lena

    • Hallo Lena,

      ja, als ich das erste Mal davon gehört habe, war ich auch überrascht. Echt klasse, dass es bei uns in der Nähe so ein Angebot gibt. Vielen Dank für Dein Lob, es freut mich, dass Dir mein Blog gefällt. 🙂

      Liebe Grüße
      Cora

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