Mit großen Augen durch’s Felsenland Südeifel

Wahnsinn! Bianca und ich können es kaum fassen: Wir stehen mitten im Wald bei Bollendorf an der Sauer im Felsenland Südeifel. Wir stehen vor unglaublich schönen, unglaublich riesigen Felsformationen. Um uns herum noch mehr beeindruckende Felsformationen. Wir können unser Glück kaum fassen. Vor allem, da wir eigentlich mehr zufällig auf diesem Weg unterwegs sind, dank eines Tipps eines ehrenamtlichen Wegewarts.

Begonnen haben wir unsere Wanderung an diesem Donnerstag Mitte Juni, einer dieser Feiertage, am Wanderparkplatz in Bollendorf neben dem Waldhotel Sonnenberg. Vor einiger Zeit hat sich auch Bianca vom lebedraussen! Outdoorblog mit dem Packrafting-Virus angesteckt und so haben wir uns heute zu einer gemeinsamen Tour verabredet. Ziel ist ein Teil der Sauer zwischen Wallendorf und Bollendorf, an der deutsch-luxemburgischen Grenze. Doch vor dem Packrafting steht heute eine Wanderung von Bollendorf zum Einstieg im luxemburgischen Wallendorf-Pont durch das Felsenland Südeifel an.

Geplant hatte ich die Tour per komoot. Durch die Wälder oberhalb von Bollendorf sollte uns die Route auf der deutschen Seite des Flusses bis nach Wallendorf führen. Schon ein paar Meter nach dem Start unserer Wanderung treffen wir einen freundlichen, älteren Herrn, der an einer Sitzbank werkelt und sich als ehrenamtlicher Wegewart vorstellt. Er spricht uns sofort an, erkundigt sich nach unseren Wanderplänen für heute und gibt uns dann den Tipp, dem Weg mit der Nummer 39 zu folgen. Allein der Stichpunkt „Felsformationen“ lässt uns aufhorchen und macht uns neugierig. Wir bedanken uns und stiefeln mit den schweren Rucksäcken los.

Felsen, ganz viele Felsen und das schon auf den ersten paar Metern

Wir biegen in einen schmalen Hohlweg ein, gehen die ersten paar Meter und stehen nach einer Kurve vor der ersten Felsformation. Mitten im Wald steht sie vor uns. Nein, sie thront schon fast, finde ich. Und das mitten im satten Grün, angeschienen durch die Sonne, die uns einen heißen Tag verspricht.

Die erste Felsformation am Weg Nr. 39 im Felsenland Südeifel

Ein Stück weiter biegt der Weg Nummer 39 ab und wird zu einem schmalen Pfad. Noch einmal überlegen wir, ob wir den breiten Weg weiter entlang wandern oder ob wir doch der 39 folgen. Die Neugier treibt uns an und so entscheiden wir uns für die 39. Eine wirklich gute Entscheidung, denn nur ein paar Meter später taucht die nächste, unglaublich große und wunderschöne Felsformation auf.

Bianca und ich – das muss ich jetzt noch einmal wiederholen – kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Und können unser Glück kaum fassen! Wir sind fast alleine in diesem Wald, zwischen all diesen Felsen, genießen die Sonne und die Natur um uns herum. Die schweren Rucksäcke mit all dem Packrafting-Equipment sind komplett vergessen.

Unterwegs im Felsenland Südeifel zwischen den Felsen auf Weg Nr. 39

Hinein in die Grüne Hölle

Ab und an sind die Felsen mit weißer Farbe und großen Buchstaben beschriftet. Besonders anziehend wirkt auf uns die „Grüne Hölle“ – das kann ja hier nur Gutes verheißen. Ein schmaler Pfad führt uns zwischen zwei riesige Felsen. Der Weg endet in einem Felsloch. Nein, er führt hindurch, sehen wir kurz vor Erreichen des Lochs. Ob wir da mit den großen Rucksäcken durch passen? Ja, passen wir. Den Beweis gibt es hier, danke an Bianca für das tolle Bild!

Grüne Hölle im Felsenland Südeifeö

Foto: Bianca Gade, lebedraussen.de
Foto: Bianca Gade, lebedraussen.de

Immer wieder bleiben wir auf den nächsten Kilometern stehen, staunen und genießen diese unglaublich schöne Landschaft des Naturwanderparks DeLux. Und da auch hier Bilder mehr als tausend Worte sagen, lasse ich hier die Bilder sprechen. Ich hoffe, Du genießt es und kannst unsere Glücksgefühle nachvollziehen.

Zur Verdeutlichung: Die Beschriftung unten an den Felsen befindet sich in etwa auf Gesichtshöhe

‚Gipfelkreuz‘ mit Aussicht

Wir erreichen einen Aussichtspunkt, auf dem ein großes Gipfelkreuz steht. Die Aussicht ist grandios, wir schauen auf die Sauer nach Luxemburg hinüber.

Schaut euch diese Aussicht an:

Ab hier scheint langsam, aber sicher der Abstieg zu beginnen. Die Felsen werden weniger, der Wald wieder dichter und grüner. Noch immer sind wir keinem anderen Wanderer begegnet.

Im Felsenland Südeifel. Copyright: Cora Berger | greenshapedheart.de

Wald bei Bollendorf im Felsenland Südeifel, Copyright: Cora Berger | greenshapedheart.de

Die 39, der wir immer noch folgen, führt uns auf einen breiten Weg. Hier finden wir auch wieder Schilder, die nach Bollendorf, Wallendorf und in die Umgebung weisen. Inzwischen sind wir auf dem Weg nach Dillingen an der Sauer, von dort wollen wir am Fluss entlang bis nach Wallendorf-Pont wandern. An einer Kreuzung haben wir wieder die Wahl zwischen einer Waldautobahn und einem Pfad, beide Wege werden uns laut Schild nach Dillingen bringen. Wieder entscheide wir uns für den schmalen Pfad – und wieder war es absolut die richtige Entscheidung.

Weitere Felsformationen, wieder riesig, stehen links und rechts neben uns. Das Felsenland Südeifel beeindruckt uns sehr, es wird sicher nicht unser letzter Ausflug hierher sein. Und das bei nur knapp einer Stunde Fahrt.

Felsen im Felsenland Südeifell. Copyright: Cora Berger | greenshapedheart.de

Ein schmaler Pfad führt uns schließlich durch dichtes Grün bergab. Die ersten Häuser kommen in Sicht, die Zivilisationsgeräusche werden wieder lauter. Erst jetzt wird mir so richtig klar, wie still es bisher um uns herum war.

Am Ende des Pfades plätschert es plötzlich laut. Wir biegen um eine Ecke und sehen einen Wasserfall. Zumindest denken wir das. Dann sehen wir eine Höhle, Gestein und überall Wasser, das dort hinab läuft. Ein Schild verrät uns, dass wir gerade die ‚Tränenlay‘ gefunden haben. Direkt am Ortsrand von Dillingerbrück. Hinterher lerne ich von der Tourist-Information der Ferienregion Felsenland Südeifel, dass es sich hier um eine Kalksintergrotte handelt. Mehr dazu findest Du auf der Webseite des Naturparkzentrums Teufelsschlucht.

In der Tränenlay Foto: BIanca Gade, lebedraussen.de

Bianca und ich werfen neugierig einen Blick in die Grotte und genießen die kurze Abkühlung. Bis hierhin sind wird ca. 3,5 km gewandert und haben dafür mehr als anderthalb Stunden gebraucht. Du kannst Dir also vorstellen, wie viel wir gestaunt und die Landschaft genossen haben. 🙂

Wenn Du wissen möchtest, wie sich die Tränenlay anhört, dann wirf gerne einen Blick auf meine Facebook-Seite. Dort habe ich ein kurzes Video von der Grotte hochgeladen.

Hier, an der Tränenlay, treffen wir zum ersten Mal andere Wanderer. Eine Familie, die uns ganz interesiert fragt, was man denn als Wanderer mit Paddeln am Rucksack macht. Und uns kurz ungläubig anschaut als wir sagen, dass wir beide jeweils ein Boot dabei haben. Also erzählen wir kurz vom Abenteuer Packrafting, dann geht es für uns weiter.

An der Sauer entlang nach Wallendorf-Pont

Nach ein bisschen Orientierung und hin und her schauen, entscheiden wir uns, auf der luxemburgischen Seite weiter zu wandern. Zum ersten Mal an diesem Tag queren wir die Sauer. Ein paar Kajakfahrer fließen gerade auf dem Fluss dahin, mit Schrecken stellen wir fest, wie wenig Wasser die Sauer gerade führt. Nun ja, wir werden sehen, wie es auf dem Fluss wird.

Zunächst liegen aber noch gut 4 Kilometer vor uns. 4 Kilometer auf Asphalt, flach, am Fluss entlang. Irgendwie öde auf Dauer. Immer wieder erhaschen wir einen Blick auf die Sauer und freuen uns schon, bald in den flachen Fluten zu treiben. Beim nächsten Mal werde ich sicherlich eine andere Route, weiter durch die Wälder und das Felseland Südeifel, wählen.

Nach insgesamt knapp 11 Kilometer erreichen wir schließlich unser Ziel, den Camping Du Rivage in Wallendorf-Pont. Hier werden wir uns mit dem Familienreiseblogger Jonny von ‚The adventures of Daisy the bus‘ treffen, er wird sich hier am Campingplatz ein Kajak mieten und uns auf der Tour auf der Sauer begleiten.

Dazu später mehr!

Und Du? Warst Du schon einmal links oder rechts der Sauer unterwegs beim Wandern oder mit dem MTB und kannst mir etwas für’s nächste Mal empfehlen? Dann freue ich mich sehr über Deinen Kommentar unten. Vielen Dank!

Hier kannst Du Dir unsere Tour auf Biancas komoot-Account anschauen und nachwandern:

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4 Kommentare zu “Mit großen Augen durch’s Felsenland Südeifel

  1. Hallo Cora,

    jetzt, wo ich gerade selbst über meine Packrafting-Tour auf der Nahe schreibe, möchte ich mich doch endlich mal für Deinen Beitrag bedanken 🙂 Und auch für unsere gemeinsame Zeit auf dieser Tour! Die Felsformationen sind einfach atemberaubend. Und wir hatten einen wundervollen Tag erwischt. Es war perfekt! 🙂

    Liebe Grüße,
    Bianca

    • Liebe Bianca,

      Awwwww, vielen Dank! Es war wirklich ein wunderbarer Tag bei tollem Wetter, in unglaublich schöner Landschaft und vor allem mit toller Begleitung! Ich freue mich auch immer noch sehr über unsere gemeinsame Tour.

      Liebe Grüße
      Cora

  2. Pingback: Im Packraft auf Tour: wie man Wandern und Paddeln vereint

  3. Pingback: Packrafting auf der Sauer zwischen Wallendorf und Bollendorf | Green Shaped Heart

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