Auf dem Gipfel vom Christoffelberg © greenshapedheart.de

Unsere Wanderung auf den Christoffelberg (Curaçao)

Die Besteigung des Sint Christoffelbergs auf Curaçao stand von Anfang an auf meiner To Do-Liste für unsere Zeit auf der karibischen Insel. Fotos von tollen Aussichten und Panoramen von dort oben, erste Erzählungen unsere Freundin Lena, ja, das reicht schon aus um mich mehr als neugierig zu machen. Der Sint Christoffelberg ist mit seinen 375 Metern der höchste Berg von Curaçao – hey hey, ganze 375 Meter!! – und liegt im Nordwesten der Insel, mitten im Christoffel Nationalpark. Unser Airbnb befindet sich in der Nähe, so dass wir schon mehrfach am Berg vorbei gekommen sind, bevor wir an einem Samstagmorgen im April den Aufstieg beginnen.

Ein früher Beginn unserer Wanderung

Es ist 7:30 Uhr morgens, das Besucherzentrum im Christoffel Nationalpark hat gerade geöffnet. Von allen Seiten aus, nicht zuletzt auch auf der offiziellen Webseite des Parks, wird uns geraten, den Aufstieg zum Christoffelberg früh am Morgen zu beginnen. Kein Wunder bei einer fast dauerhaften Lufttemperatur von um die 30 Grad. Zusammen mit einer Handvoll anderer Menschen sind wir die ersten an diesem Morgen. Wir kaufen uns ein Ticket und eine Karte, lassen uns kurz den Weg zum Startpunkt erklären und fahren dann los. An einer Schranke werden unsere Tickets noch einmal kontrolliert, dann können wir mit dem Auto die asphaltierte, einspurige Straße in den Nationalpark hinein fahren. Hier herrscht Einbahnstraßenverkehr, ist auch bitternötig bei der sehr schmalen Straße…

Nach etwa fünf Minuten erreichen wir den Parkplatz, der auf der Karte eingezeichnet ist. Hier beginnt der Weg, der uns auf den Gipfel des Christoffelbergs führen wird. Es sind 28 Grad, es weht ein leichter Wind, noch hält sich die Sonne etwas zurück. Na dann: Wir steigen in die Wanderschuhe und stiefeln los.

Pfad zum Gipfel des Christoffelberg © Cora Berger | greenshapedheart.de

Kakteenwälder am Hang des Christoffelbergs © Cora Berger | greenshapedheart.de
Heißt so etwas eigentlich „Kakteenwald“?

Auf einem staubigen Pfad wandern wir durch das Grün aus Kakteen, Dornbüschen und Bäumen. Immer wieder raschelt es neben uns, Eidechsen und Vögel zeigen sich ab und an. Anfangs ist der Pfad noch relativ breit und gut zu gehen. Dann beginnt es steiler zu werden. Immer wieder zeigt sich der Christoffelberg – und er sieht noch ganz schön hoch aus. Und weit weg. Laut meiner Polar M400 sind wir etwa auf 49 m ü. NN. gestartet, das heißt, es liegen noch 300 Höhenmeter vor uns. Die reine Wanderzeit ist mit etwa einer Stunde angegeben, ich bin gespannt, wie lang der Weg tatsächlich werden wird.

Christoffelberg aus der Ferne © Cora Berger | greenshapedheart.de
Da ist er: der Christoffelberg
Kleinigkeiten am Wegesrand beim Aufstieg zum Christoffelberg © Markus Backes | greenshapedheart.de
Kleinigkeiten am Wegesrand

Kletterpartie über Felsen

Deutlich summieren sich jetzt die Höhenmeter, auch die erste Anstrengung macht sich bemerkbar. Es ist unglaublich heiß und wir, frisch aus dem deutschen Winter, schwitzen ganz schön, schon jetzt. Entlohnt werden wir aber mit ersten tollen Blicken auf die Umgebung. Der Weg ist nicht mehr ganz so leicht wie noch zu Beginn, erste Kraxelstellen über größere Steine machen den Aufstieg zum Christoffelberg spannend und zu einer kleinen Kletterpartie. Prima, genau das hatten wir irgendwie gehofft. Trotz der zunehmenden Hitze haben wir Spaß und freuen uns auf den Gipfel.

Pfad auf den Christoffelberg | greenshapedheart.de

Die Steine zum Überklettern werden größer, der Blick noch weiter und wir sehen das Meer in der Ferne. Wow, was für ein Ausblick! Und wir sind noch nicht mal oben. Ein riesiger Steinhaufen liegt vor uns, es gibt keinen erkennbaren Weg mehr, nur noch bunte Pfeile auf den Steinen. Wir müssen da hoch.

Steinige Kraxelei auf den Christoffelberg © Markus Backes | greenshapedheart.de
Sieht gar nicht so steil aus auf dem Bild…

Festhalten an Ästen und hochziehen an den teils scharfkantigen Steinen ist angesagt. Hier frage ich mich, wie die Menschen mit ihren Sneakers hoch – und vor allem über den glattem Stein wieder hinunter – kommen wollen. Wir kraxeln hinauf, es wird bei der Hitze echt anstrengend, aber macht Spaß. Immer wieder legen wir Trinkpausen ein, unsere Köpfe sind hochrot und klatschnass.

Eidechse am Christoffelberg © Markus Backes | greenshapedheart.de

An einer Felswand halten wir uns links, klettern über riesige Steine und stehen vor einer Kante. Unter uns Curaçao. Wir haben es geschafft, fast zumindest. Ein paar Meter noch und dann stehen wir auf dem Gipfel des Christoffelbergs. Eine gute Stunde nach dem wir den Aufstieg begonnen haben, die reine Streckenlänge sind nur zwei Kilometer gewesen. Irre, es fühlt sich nach sooooo viel mehr an!

Fast alleine auf dem Gipfel – zumindest für kurze Zeit

Als wir oben auf dem Christoffelberg ankommen, sitzen da schon drei andere Menschen und freuen sich mit uns. Wir machen Fotos und genießen einfach den fantastischen Ausblick. Ich habe noch nie einen Alpengifpel oder ähnliches bestiegen, aber das Gefühl stelle ich mir ähnlich vor. Freude! Ehrfurcht ob der wahnsinnig tollen Aussicht. Auf beiden Seiten das karibische Meer, grüne Hügel, man sieht Strände und Buchten. Fantastisch!

Blick vom Gipfel des Christoffelbergs © Cora Berger | greenshapedheart.de
Der atemberaubende Blick vom Gipfel des Christoffelbergs

Lang währen die Ruhe und der Genuss nicht, denn die Gruppe mit ihren Turnschuhen und Sommerkleidchen hat es tatsächlich bis hier hoch geschafft. So geht es weiter und gefühlt 10 Minuten später ist der Gipfel voller Menschen. Für uns der Zeitpunkt, den Rückweg anzutreten.

Christoffelberg Gipfel © Cora Berger | greenshapedheart.de
Der Gipfel!

Stau auf dem Rückweg vom Christoffelberg

Inzwischen sind einige Menschen mehr auf dem Weg nach oben, so dass der Rückweg eine Kletterpartie bergab mit Stau wird. Es geht mir ganz schön auf die Knie, aber nach gut vierzig Minuten sind wir wieder unten und zurück am Parkplatz, der jetzt voller Autos steht.

Hat es sich gelohnt?

Ja, definitiv! Es war eine tolle Erfahrung und vor allem ein wirklich wunderbares Gefühl, oben auf dem Christoffelberg zu sitzen und die Aussicht über Curaçao zu genießen! An den Hängen des Bergs führt der sehr abwechslungsreiche Pfad durch die grüne Landschaft, interessante Pflanzen sind zu sehen und immer wieder raschelt es im Gebüsch. Natur pur also auf diesen 350 Höhenmetern und tolle Ausblicke!

Fantastische Aussicht vom Christoffelberg © Cora Berger | greenshapedheart.de

Der Aufstieg ist anstrengend, aber macht Spaß. Unbedingt genug Wasser einpacken, eine Mütze und viiiiiiiel Sonnencreme auf die Haut schmieren. Und nimm Dir Zeit für die Dinge, die Dich am Wegesrand erwarten, es ist so viel mehr als ich hier zeigen konnte.

Ich persönlich war froh über meine Wanderschuhe, die lange Hose wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen. Dann hätte ich aber auch mehr Schrammen und blaue Flecken auf den Schienbeinen gehabt. 😉

Von mir gibt es also definitiv eine Empfehlung für diese „hitzige“ Wanderung.

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4 Kommentare zu “Unsere Wanderung auf den Christoffelberg (Curaçao)

  1. Hallo Cora,
    wer hätte das gedacht, dass man auf Curaçao nicht nur Strand, sondern auch toll wandern kann! Da habe ich wieder was gelernt 😃 Die Bilder sehen dazu noch richtig toll aus! 👍
    LG Bianca

    • Hallo Bianca,

      Ja, so ging es mir auch. Und es gibt sogar noch einige andere Wanderrouten in den Nationalparks, die ganz wunderbar sein sollen. Außerhalb der Nationalparks kann man auch wandern, es wird aber empfohlen, mit einem Guide unterwegs zu sein. An einer geführten MTB-Tour hatte ich auch noch überlegt, letztendlich waren die zwei Wochen dann aber so unglaublich schnell vorbei… 🙂
      Liebe Grüße
      Cora

  2. Pingback: Curaçao - karibische Impressionen | Green Shaped Heart

  3. Pingback: Die ABC Inseln - Sommer das ganze Jahr!

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