Antwerpen – to be continued

Beruflich bin ich besonders am Anfang des Jahres viel unterwegs, nämlich auf verschiedenen Tourismusmessen im In- und Ausland. Diese finden eigentlich immer am Wochenende statt. Für mich bedeutet das eine schöne, aber doch immer anstrengende Abwechslung zum Alltagstrott am Schreibtisch in meinem Büro. Und das ein oder andere Mal habe ich dann auch Gelegenheit, mir abends im Dunkeln die Städte, die ich besuche, anzuschauen. So war ich Ende Februar zum ersten Mal im belgischen Antwerpen – und bin seitdem begeistert und fest entschlossen, im Sommer mit viel Zeit wieder zu kommen. So lange kann ich aber mit dem Bericht nicht warten, deshalb lest ihr jetzt schon über meine Entdeckung von Antwerpen im Dunkeln und im Winter.

Wie immer auf Messereisen steht am ersten Abend die Frage im Raum: wohin gehen wir denn essen? In Antwerpen liegt unser diesjähriges Hotel am Bahnhof. Unter fach- und ortskundiger Begleitung unseres belgischen Kollegen wandern wir also an diesem ersten Abend erst einmal durch die ziemlich lange und ziemlich große Fußgängerzone. Ich bin kein Shoppingfreak, aber alle, die gerne shoppen, werden hier sicherlich fündig werden. 🙂 In der Nähe der Liebfrauenkathedrale, die übrigens zum UNESCO-Welterbe gehört, werden wir dann auch in puncto Restaurant fündig. Die beleuchtete Kathedrale in der Dunkelheit gibt ein tolles Bild ab – ab diesem Augenblick bin ich tatsächlich begeistert von dieser Stadt!

Die Liebfrauenkathedrale bei Nacht
Die Liebfrauenkathedrale bei Nacht

Am nächsten Abend, nach einem spannenden und ereignisreichen Tag am Messestand der Fiets- en Wandelbeurs Vlaanderen, geht es für uns wieder auf Restaurantsuche in die Innenstadt. Wir spazieren wieder durch die Altstadt und betreten dann den Großen Markt. Und sind abermals beeindruckt! Die ehemaligen Gildehäuser und das Rathaus (Stadhuis) rund um den Großen Markt sind angestrahlt, die individuell gestalteten Giebel der eng beieinander stehenden Häuser erinnern mich ein wenig an die Häuser entlang der Amsterdamer Grachten. Mitten auf dem Großen Platz steht der Brabobrunnen. Er zeigt die Legende um die Entstehung des Namens der Stadt, nachzulesen hier. Es ist einfach ein wunderschönes Bild, das sich uns hier bietet. Seht selbst:

Antwerpen Grote Markt 2015 bei Nacht
Der Große Markt

Nach dem Essen – wir hatten übrigens super leckeres thailändisches Essen im Mai Thai Cuisine (unbedingt reservieren, falls ihr am Wochenende abends dort essen möchtet) – machen wir noch einen Spaziergang an die Schelde. Das ist der Fluß, der durch Antwerpen  und weiter zur Nordsee fließt. Es ist wirklich kalt an diesem Abend, am Ufer weht uns der Wind um die Ohren. Am gegenüberliegenden Ufer sehen wir die Häuser am Linken Ufer. Auffällig: es gibt in Sichtweite keine einzige Brücke. Unser belgischer Begleiter (der selber Reiseleiter ist und wirklich Unmengen spannender Informationen zur Stadt für uns hat) erklärt uns, warum. Die Schelde ist eine wichtige Verbindung zur Nordsee und damit die großen Containerschiffe ohne Zwischenfälle dorthin kommen, gibt es schlicht keine Brücken. Wie man dann ans andere Ufer kommt? Durch Tunnel. Klar, oder? Weiter geht es für uns also zur Besichtigung eines solchen Tunnels, dem St. Annatunnel. Er wurde 1933 fertig gestellt. Auf beiden Seiten des Ufers gibt es einen Aufzug, der Radfahrer und Fußgänger mehr als 30 Meter unter die Erde führt. Der Aufzug gleicht einem Lastenaufzug, verständlich bei all den Menschen, die ihn vermutlich den Tag über benutzen. Wir fahren hinunter und als sich die Tür bei der Anzeige „-30 Meter“ für uns öffnet, stehen wir am Beginn eines langen, langen Tunnels. Eine Art Tafel aus Kacheln zeigt einen Querschnitt des Tunnels – er ist 527 Meter lang! Wow!

Querschnitt des St. Annatunnels
Querschnitt des St. Annatunnels
St. Annatunnel
Blick in den St. Annatunnel

Neben dem Ausgang des Aufzugs gibt es noch eine ganz alte Rolltreppe, die aber inzwischen außer Betrieb und gesperrt ist. Ihre Stufen sind komplett aus Holz und man sieht, dass sie wirklich alt ist. Beeindruckend, finde ich.

Die alte Rolltreppe im St. Annatunnel
Die alte Rolltreppe im St. Annatunnel

Am nächsten Tag besuchen wir morgens noch schnell den Hauptbahnhof von Antwerpen, da unser Hotel ja direkt dort liegt. Wieder hat uns unser Kollege aus Belgien den Besuch empfohlen und uns vorher vieles darüber erklärt. Wiedergeben kann ich das jetzt hier nicht mehr, aber ich bin beeindruckt von diesem Bauwerk. Eigentlich ja nur von der Vorhalle, an den Bahnsteigen selber waren wir gar nicht mehr, die Zeit drängt. Aber auch von außen, also von der Straße her gesehen, die am Gebäude vorbei führt, sieht man schon, dass es ein ganz besonderes und altes Bahnhofsgebäude ist. Deshalb hier nur ein paar kleine Eindrücke aus der Vorhalle.

antwerpen_bahnhof_uhr

 

Blick zur Decke
Blick zur Decke

Mehr als ein paar kleine Eindrücke sind leider mit einer so begrenzten Zeit nicht möglich – aber hier weiß ich genau: ich möchte wieder kommen. Dann soll auch eine ausgiebige Tour durch das Diamantenviertel und das zugehörige Museum dabei sein. Außerdem möchte ich natürlich den Großen Markt und die Altstadt mal im Hellen sehen. Im Sommer ist es bestimmt herrlich, mit all den Cafés, der Promenade entlang der Schelde und all den wunderschönen Bauwerken!

Jetzt bin ich neugierig: war jemand von euch schon einmal für einen Städtetrip in Antwerpen und kann mir noch ein paar Anregungen mitgeben? Ich freue mich auf eure Tipps in den Kommentaren!

1 Kommentar zu “Antwerpen – to be continued

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