Leuchtturm Texel Herbst © Cora Berger

Inselentdeckungen auf Texel

„Im November nach Holland? Na hoffentlich habt ihr ein bisschen Wetter…“ – so oder so ähnlich klangen die meisten Reaktionen auf die Ankündigung, dass wir Ende November eine Woche Urlaub an der Nordseeküste in der Provinz Noord-Holland machen wollen. Kalt, sehr windig und eventuell regnerisch – waren das auch eure ersten Gedanken? Aber genau so mag ich das.

Liegt vielleicht daran, dass ich ein Novemberkind bin und noch dazu einen zweiten, nämlich niederländischen, Personalausweis besitze. „Lekker uitwaaien“ heißt das, was mir so gut tut bei genau diesem herbstlichen Wetter. Auf Deutsch findet sich da gar kein so passender Begriff, keine passende Übersetzung dafür. „Schön im Wind flattern“, „sich mal richtig durchpusten lassen“ kommt dem schon sehr nahe. Das Bild vor eurem inneren Auge zeigt gerade einen Menschen, der mit weit ausgebreiteten Armen am Strand steht und sich in den Wind lehnt und dabei entspannt lächelt? Genau das! Außerdem hat diese Jahreszeit den charmanten Vorteil, dass man den Strand quasi für sich hat. Klar, in den vom Tourismus geprägten Orten ist zwar einiges geschlossen, z.B. Restaurants oder kleine Museen, zumindest unter der Woche, aber das ist jetzt nicht wirklich schlimm. Wir jedenfalls hatten trotzdem genug Programm in dieser einen Woche.

Vor knapp 10 Jahren war ich schon einmal auf der nordfriesischen Insel Texel (sprich: „Tessel“) und fand es klasse. Deshalb musste jetzt eine Wiederholung her. So fahren wir also eines Morgens mit dem Auto nach Den Helder und weiter auf die Fähre, die uns in ca. 20 Minuten Fahrt auf die Insel bringt (Preis pro Auto hin und zurück: unter der Woche 25,- €).

Teso Fähre nach Texel © Cora Berger
Auf der Fähre nach Texel

Dort angekommen sind wir dann erst einmal etwas ratlos – gut beraten, wer sich eine Karte mitnimmt. Oder sich mobiles Internet für sein Smartphone bucht – wollte ich aber nicht. Also führte unser erster Weg ins Büro des VVV Texel, also der lokalen Tourist-Information. Dort gibt es Infos, Karten und Flyer zur kompletten Insel. Gut ausgerüstet und gut beraten ziehen wir los in den Dorfkern von Den Burg, dem größten Ort der Insel.

Hauptplatz von Den Burg © Cora Berger

Hier gibt es eine kleine Fußgängerzone und furchtbar viele ganz schnuckelige, kleine Häuser der typischen Bauart. Ich fühle mich pudelwohl! Nach einer kleinen Runde durch die Einkaufsstraße genießen wir erst einmal einen Tee und ein Stück leckeres „Appelgebak“ im Eetcafé De Steenen Plaats. Mitten im Dorf gibt es einen kleinen Park. Gut in Erinnerung geblieben ist er mir, weil wir dort noch schnell einen Geocache geloggt haben und außerdem an jedem Baum ein selbst bemaltes, buntes Vogelhäuschen hängt.

Café auf Texel, © Cora Berger

Vogelhäuschen in Den Burg, Texel © Cora Berger

Steenen Plaats Den Burg Tisch © Cora Berger
„De Steenen Plaats“
Teeauswahl in Den Burg, Texel ©
Die Teeauswahl im Eetcafé

Wir fahren weiter in Richtung De Koog. Wir biegen vorher in Richtung Ecomare und Besucherzentrum Nationalpark „Duinen van Texel“ ab. Nach einem kurzen Abstecher in den Vorraum des Ecomare auf der Suche nach Infos zu den Dünen und Wanderwegen durch selbige machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Ein mit bunten Pfählen gekennzeichneter Weg führt uns durch die Dünen an den Strand. Insgesamt hat Texel übrigens 30 km Strand – herrlich! Hier ist im Sommer bestimmt einiges los, denke ich mir. Wir wandern kurz am Wasser entlang und dürfen sogar ein bisschen Sonne genießen. In den Wintermonaten finden nur selten Wattwanderungen statt, leider haben wir nicht die Gelegenheit, an einer teilzunehmen.

Eingang Nationalpark Dünen Texel © Cora Berger
Eingang zum Nationalparkgebiet

Wanderpfad am Strand Texel © Cora Berger

Wandern in den Dünen von Texel © Cora Berger

Markierung Wanderwege Texel © Cora Berger

Nach unserer kurzen Wanderung fahren wir weiter durch Wälder und entlang der Dünen bis ganz in den Norden der Insel. Dabei folgen wir der in einer Karte eingezeichneten „ausgschilderten Texelroute (Auto)“. Bald schon sehen wir den roten Leuchtturm des Ortes De Cocksdorp vor uns – dort möchten wir hin.

Leuchtturm Huisen auf Texel © Cora Berger

An diesem riesigen Strand war ich schon mal, die Weite war damals schon faszinierend. Der Strand ist fast menschenleer, ich nutze die Gelegenheit mal wieder eine 360°-Panoramaaufnahme zu machen. (Wer hat natürlich sein eigens dafür gekauftes Stativ daheim vergessen…)

 

Toll wäre sicherlich bei diesem Wetter auch ein Blick vom Leuchtturm gewesen, leider hat er an diesem Tag zu. Wir haben Hunger. Direkt gegenüber des Leuchtturms gibt es ein goldiges Restaurant, der Strandpavillon auf dem Bild hat nämlich auch zu. Mit Blick auf die Dünen und den Strand genießen wir einen kleinen Imbiss.

Aussicht Restaurant Vuurtoren Texel © Cora Berger

Inzwischen ist es Nachmittag, daher entscheiden wir uns dazu, den Rückweg zum Hafen anzutreten. Dafür müssen wir die komplette Insel durchqueren, das geht aber schnell. Texel hat übrigens den Ruf, auf engstem Raum die unterschiedlichen Landschaften der gesamten Niederlande zu beherbergen. Das ist auch so. Es gibt Dünen, Strand, Wattenmeer, Wald, Heideflächen, Hügel und kilometerlange flache landwirtschaftlich genutzte Fläche. Ach so – und insgesamt ca. 16.000 Schafe. Fast überall gibt es daher auch Lammfleisch, Schafskäse oder Produkte aus Wolle zu kaufen.

In der Dämmerung erreichen wir den Hafen und verpassen die Fähre nur knapp. Da sie nur einmal pro Stunde fährt heißt es nun: warten. Ich nutze die Gelegenheit noch für ein paar Fotos, direkt am Hafen gibt es eine kleine Erhöhung von der aus man bis nach Den Helder auf dem Festland sieht. Vor mir liegt eine Bucht, die gerade fast leer gelaufen ist. Es ist Ebbe. Nur ein kleiner, mit großen Stäben abgesteckter Kanal bietet noch genug Wasser für Schiffe.

Panorama Marsdipe Texel © Cora Berger
Blick auf die Bucht, Den Helder im Hintergrund

Vermutlich aber auch nur für welche mit wenig Tiefgang. Im Schlick waten einige Vögel, sie suchen nach Futter, vermute ich. Viele höre ich nur tschilpen und rufen. Texel gehört zu den Gegenden mit vielen Zugvögeln, die Insel ist daher auch für’s „Birdwatching“ bekannt.

Abendstimmung auf Texel © Cora Berger

Hafen auf Texel © Cora Berger

Mit der hereinbrechenden Dunkelheit verabschiede ich mich von unserer Insel-Entdeckungstour auf Texel. Ich komme definitiv wieder! Und beim nächsten Mal mit dem Fahrrad! Es gibt, wie fast überall in den Niederlanden, ein tolles Radwegenetz. So macht das Inselerkunden bestimmt noch mehr Spaß. Tot ziens!

PS: Wer noch weitere Informationen zum Urlaub auf Texel sucht, wird sicher auf der Seite Holland-Ratgeber.de fündig. Auch zum Rest der Niederlande gibt es viele Tipps und Anregungen.

1 Kommentar zu “Inselentdeckungen auf Texel

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