Saar-Polyglon 1 © Cora Berger

Unterwegs am Saarpolygon auf der Halde Duhamel

Auf der Halde Duhamel bei Ensdorf im südwestlichen Saarland können Besucher seit September 2016 ein Denkmal für den saarländischen Bergbau besichtigen: das Saarpolygon. Seit Wochen stand ein Besuch dort auf meiner „Entdeckungsliste“, vor allem seit ich die Skulptur vor Kurzem schon von der Autobahn aus gesehen hatte. Stolz thront es oben auf der Halde, die an sich schon aus der eher flachen Landschaft entlang der Saar herausragt. Jetzt endlich ist es so weit, wir machen uns an den „Aufstieg“ und erleben tolle neue Blickwinkel.

Halde Duhamel von unten © Cora Berger

Es ist sonnig und eiskalt an diesem Montag im November als wir in Ensdorf ankommen und unser Auto am Fuß der Halde auf dem Parkplatz am Sportzentrum abstellen. Zu Fuß geht es hinauf, ein einziger breiter Weg weist uns die Richtung. Der Boden ist pechschwarz, deutlich ist hier zu merken, dass wir uns auf den „Hinterlassenschaften“ eines Bergbaus befinden. Im Prinzip ist eine Halde nämlich einfach der Resthaufen eines Bergwerkes, nämlich das zu Tage geförderte, aber nicht brauchbare Gestein. Die Halde Duhamel hier ist übrigens ca. 150 Meter hoch, sehr beeindruckend, wenn man direkt davor steht, finde ich.

Der Weg führt im Zick-Zack hinauf. Unterwegs gibt es Abzweigungen und Schilder, die uns die Wahl stellen, den Steilaufstieg zu nutzen oder den „normalen“ Weg. Wir wählen die gemütlichere Variante und genießen die unterwegs immer weiter werdende Aussicht. Der untere Teil der Halde ist dicht bewachsen, Bäume und Sträucher stehen an den Hängen. Und sogar Wein gibt es. Ein kleiner, eingezäunter Bereich, knapp auf halber Höhe. Und ja, es gab tatsächlich schon einen Ertrag, sagt uns ein Schild an der Umzäunung.

Weg hinauf zur Halde Duhamel © Cora Berger

Ausblick auf halber Höhe Halde Duhamel © Cora Berger
Ausblick auf etwa halber Höhe

Immer höher und höher führt uns der Weg, uns wird trotz der Kälte (knapp 3 Grad sagte das Thermometer unten am Auto) schön warm. Der letzte Teil des Aufstiegs kommt in Sicht, ein ganz kahler und grau-schwarzer, steiler Hang liegt vor uns. Oben sehen wir winzig kleine Menschen spazieren. Und einen Gleitschirm, der gerade über den Rand lugt. Die Halde Ensdorf ist offizieller Startplatz für Gleitschirmflieger, ein toller Ort dafür, finde ich.

Geröll Halde Duhamel © Cora Berger

Ein Schild warnt uns vor dem steil abfallenden Hang. Witzige Sache, dieses Schild, habe ich vorher noch nie gesehen. Es scheint geradezu „Nooooooo!“ zu schreien, oder? Ja, gut, es ist sau steil hier, würde man über den Zaun klettern, würde man wahrscheinlich zusammen mit dem halben Hang ganz schnell verschüttet. Oder so. Nein, lieber nicht.

Warnschild am Aufgang zur Halde Duhamel © Cora Berger

Oben auf dem Plateau angekommen

Da steht es: das Saarpolygon. Ein Vieleck. Es sieht aus jeder Perspektive wieder anders aus, total spannend. Eine Stahlkonstruktion, die an das Ende des saarländischen Bergbaus vor ca. 4 Jahren erinnern soll. Es stellt die Form der Stützen dar, die unter Tage für die Stollen im Bergbau verwendet wurden. Außerdem kann man rein klettern, also die vielen Treppen hoch bis in die breite Plattform in der Mitte. Und auf der anderen Seite viele Treppen wieder herunter. Ich sage euch: da oben ist es sau kalt.

Saar-Polygon 7 © Cora Berger

Ausblick aus dem Saar-Polygon © Cora Berger
Oben im Polygon

Aber der Ausblick ist klasse, wie übrigens vom Plateau aus auch. Man sieht die Saar, die Umgebung, die voller Industrie ist. Überall dampft es, die Fordwerke in Saarlouis sind sichtbar, das Kraftwerk Ensdorf etc. So ganz anders als in „meinem“ grünen und hügeligen Nordsaarland.

Cora Treppe im Saar-Polygon bei Ensdorf © Markus Backes
Foto: Markus Backes
Blick von der Halde Duhamel auf die Saar © Cora Berger
Blick von der Halde auf die Saar

Die unterschiedlichen Blickwinkel auf das Saarpolygon

Ich weiß gar nicht, wie viele Runden wir fotografierend um die Skulptur gedreht haben. Viele. Sehr viele. Die Stahlkonstruktion sieht wirklich immer wieder anders aus! Seht es euch an:

Saar-Polygon 6 © Cora Berger

Saar-Polygon 2 © Cora Berger

Saar-Polygon 4 © Cora Berger

Saar-Polygon 5 © Cora Berger

Saar-Polygon 6 © Cora Berger

Wie so oft, wenn man weit oben ist, ist es hier sehr ruhig. Das Rauschen der Autobahnen ist nur noch ein zartes Summen im Hintergrund. Ich genieße die Ruhe, lasse mich auf eine der geschwungenen Sinnenbänke fallen und genieße die Sonne. Naja, so lange bis ich merke, dass die Bank von der eiskalten Nacht noch nass ist… Dann sitze ich nur auf dem Rand der Bank und halte mein Gesicht in die Novembersonne. Besser ist das.

Den Abstieg machen wir auf einem anderen Weg, wir nehmen den Steilabstieg. Mensch, der ist wirklich steil, meine Knien schreien laut „Oh no!“ unterwegs. Schön ist es trotzdem, der Blickwinkel von hier ist wieder anders.

Weg auf der Halde Duhamel bei Ensdorf © Cora Berger

Mein Fazit

Wirklich zu empfehlen! Ein Spaziergang mit ein paar Höhenmetern, verbunden mit schöner Aussicht und einem wirklich faszinierendem Denkmal, in das man sogar hinein darf (außer nachts). Der Eintritt ist frei, am Aufgang im Polygon steht eine kleine Kasse für eine freiwillige Spende, in die man sicher gerne etwas wirft. Mit etwas Glück kann man Gleitschirmflieger hier oben beobachten, es hat schon was elegantes, wenn sie mit den bunten Schirmen den Hang runter segeln. Also alles in allem: Ein schönes Ausflugsziel, finde ich.

4 Kommentare zu “Unterwegs am Saarpolygon auf der Halde Duhamel

  1. Sehr schöner Beitrag! Daumen hoch! 🙂
    Du hast mir das Polygon sehr schmackhaft gemacht. Ich denke da sollte ich auch mal einen Abstecher hin wagen 😉

    Liebe Grüße!

  2. chiliconcharme

    Hallo Cora,
    uns Piloten dort zu begegnen braucht es kein Glück, sondern nur einen Blick auf die Wetter-App. 15 km/h Südwind und wir sehen uns dort 😀 Wäre mal toll, das Polygon noch von oben fotografieren zu können 🙂
    Liebe Grüße,
    Bianca von lebedraussen

    • Hi Bianca,

      super, vielen Dank für die Info. 😊 Dann erfolgt beim nächsten Mal erst noch ein Blick auf die Wetterapp.

      Liebe Grüße
      Cora

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