Schaumberg Tholey Aussicht © Cora Berger

Der Schaumberg, sein Aussichtsturm und mehr

Seit gut zwanzig Minuten stehe ich jetzt schon hier oben auf der Aussichtsplattform des Schaumbergturms. Es ist ein sonniger, spätsommerlicher Nachmittag Anfang September. Dem Turm und mir zu Füßen liegen Tholey und das Saarland, weiter hinten in der Ferne Frankreich und Rheinland-Pfalz. Der Blick ist überwältigend weit, ich kann mich kaum satt sehen daran. Immer wieder entdecke ich neue Orte und Landmarken in der weiten Landschaft, z.B. die Häuser des Center Parcs am Bostalsee oder das Kraftwerk in der Nähe von Saarbrücken. Der Schaumberg bei Tholey – ich bin gerne und regelmäßig dort, nicht nur, weil dort eine meiner liebsten Laufstrecken zu finden ist. Warum sich ein Ausflug dorthin lohnt, erzähle ich euch jetzt.

Schaumberg – höchster Berg im Saarland?

Der Schaumberg zählt mit seinen 569 Metern über NN zu den höchsten „Gipfeln“ im Saarland. Er wird gerne als „Hausberg des Saarlandes“ bezeichnet, was sicherlich damit zu tun hat, dass er schon von Weitem gut erkennbar ist. Der höchste im Saarland ist er aber definitiv nicht, er schafft es gerade mal auf Platz 8. Ein Stück höher und ebenfalls einen Besuch wert ist zum Beispiel der Peterberg (584 m) bei Braunshausen. Was mir am Schaumberg gut gefällt – mal abgesehen davon, dass ich nur ein paar Minuten davon weg wohne – sind die vielen Möglichkeiten, die sich mir dort bieten.

Der Schaumbergturm auf dem Schaumberg bei Tholey © Cora Berger

Der Herzweg

Fährt man auf den Schaumberg hoch, entweder von Theley oder Tholey aus, kommt man zunächst an einem ersten Parkplatz mit Bücherbaum und Hinweisschildern vorbei. Hier beginnt der Herzweg, ein knapp 3 km langer Rundweg unterhalb des Gipfels. Er ist einer meiner liebsten Lauf- und Spazierwege. „Herzweg“ heißt er übrigens deshalb, weil seine Lage in 500 m Höhe angeblich eine anregende Wirkung auf Herz- und Kreislauf hat. Von dort aus hat man schon mal ganz tolle Ausblicke auf die Umgebung. Quasi laufen oder spazieren mit Panoramablick. Außerdem ist hier auch laufen mit Kunst angesagt – die Kunstwerke der Open Air-Ausstellung „Gipfelkunst“ sind wirklich sehenswert. Für alle Geocacher: eine spannende Möglichkeit, die Gipfelkunst am Schaumberg kennenzulernen, ist der Multi „Gipfelkunst die 2te“. Vom Herzweg aus gibt es immer wieder Wege und Pfade auf das Plateau hinauf, meistens ausgeschildert oder als Wanderweg, z.B. Schaumberg Tafeltour oder Mauritius-Rundweg, markiert.

Das Schaumberg-Plateau

Am Ende der asphaltierten Straße befindet sich dann ein weiterer Parkplatz. Hier ist man direkt am Schaumbergplateau, zu Fuß sind es nur noch ein paar Meter bergauf zum Turm. Begrüßt wird man hier von zwei Holzfiguren, die vom Kettensägenkünstler Andrej Löchel gemacht wurden. Der weiße Turm kommt in Sicht, rechts daneben das Restaurant Schaumberg-Alm mit dem Biergarten.

Kettensägenkunst am Schaumberg von Andrej Löchel © Cora Berger
Kettensägenkunst von Andrej Löchel

Schaumbergplateau mit Schaumberg-Alm © Cora Berger

Auf der linken Seite des Plateaus, in Richtung Theley quasi, steht der Wunschbaum mit dem Kunstwerk „Gesichter der Hoffnung“. Die Idee mit dem Wunschbaum finde ich sehr schön. In der Information im Turm kann man sich eine bunte Fahne kaufen, diese dann mit einem Wunsch beschriften und ihn an den Baum hängen. Außerdem stehen hier drei geschwungene Sinnenbänke, von denen man den weiten Blick genießen kann. Ein paar Infotafeln erklären interessierten Besuchern verschiedene Fakten zum Turm, zum Plateau, zur Geschichte des Bergs. Gut gefällt mir, dass sie alle in ein einheitliches Design eingepasst sind. Die Farben orange und weiß bilden die Farben hinter dem Produkt „360° Schaumberg“, das wird hier und im Turm deutlich.

Sommergenuss auf dem Schaumbergplateau © Cora Berger
Den Sommertag genießen 🙂
Wunschbaum und Gesichter der Hoffnung auf dem Schaumbergplateau © Cora Berger
Der Wunschbaum mit den Gesichtern der Hoffnung

Auf dem Plateau findet man übrigens auch eine Ladestation für e-Bikes. Gute Idee! Direkt daneben steht eine halbrunde Mauer, die man ausgegraben hat. Was es damit auf sich hat, erzählt wiederum eines der runden Schilder.

e-Bike Ladestation Schaumbergplateau © Cora Berger

Hinter der Ladestation und vor dem Turm ist ein großer freier Platz, der z.B. für Konzerte oder Aufführungen genutzt werden kann. Gegenüber des Turms kann man sich auf die Stufen setzen und das herrliche Wetter genießen.

Der Schaumberg ist auch Deutsch-Französische Begegnungsstätte, seit er vor einigen Jahren umgebaut wurde. Neben dem Eingang zum Turm findet man eine Art Altar, auf der ein Spruchband des Künstlers Richard Hoffmann den Friedenswunsch beider Seiten ausdrückt. Das Saarland ist ja geprägt von deutsch-französischer Geschichte, veränderten Grenzen, veränderten Nationalitäten, das wird auch hier wieder deutlich.

"Suchet den Frieden" Schaumbergplateau © Cora Berger
„Suchet den Frieden – Cherchez la paix“

Hinauf auf den Schaumbergturm

Um in den Turm zu kommen, zahlt man an einer Drehtür 1,- € Eintritt pro Person. Hinauf führt entweder ein Aufzug, komplett aus Glas, oder man nimmt die offene, aber überdachte Treppe. Bis in das 7. Stockwerk, dann wechselt man in das innenliegende Treppenhaus bzw. den innenliegenden Aufzug für die letzten beiden Stockwerke. Die Treppe ist natürlich um einiges sportlicher, aber man kann den Ausblick auch viel besser und in Ruhe genießen, finde ich. Dieser verändert sich von Stockwerk zu Stockwerk. Schaut man anfangs noch in das Laub der umliegenden Bäume, steigt man irgendwann darüber hinaus, der Blick weitet sich, man steht über den Baumkronen.

Auf den verschiedenen Etagen sind die Ausstellungen „Gifpeltreffen und Erzählungen Europa“ sowie „CoZwo und Co“ beheimatet. Außerdem ist hier im Turm auch die Information. Dort kann man Souvenirs der Gemeinde Tholey kaufen (Pralinen zum Beispiel), außerdem sind hier wechselnde Ausstellungen zu finden.

Überblicktafel am Schaumbergturm © Cora Berger
Los geht’s
Im Treppenhaus des Schaumbergturms mit weiter Aussicht © Cora Berger
Die Aussicht weitet sich
Blick hinunter auf das Plateau © Cora Berger
Blick hinunter auf das Plateau

Ihr Lieben, das Treppenhaus kann aber auch gruselig sein. Für alle, die wie ich, Höhenangst haben. Obwohl ich diesen Blick immer wieder gerne mag, wird mir doch auch jedes Mal wieder flau im Magen, je weiter hoch ich steige.

Und dann kommt die Tür, die sich zum unendlich schönen und faszinierenden Blick öffnet. Der Blick, der mich seit mehr als 20 Minuten nicht mehr los lässt. Die Plattform führt einmal fast komplett rund um den Turm, direkt unterhalb der vielen Antennen. Sie ist eingerahmt von einer Mauer, die mir bis zur Brust reicht. Auf jeder Seite ist ein Ausschnitt, gut geeignet für Kinder und Rollstuhlfahrer. Außerdem gibt es auf jeder Seite eine Tafel mit dem Foto des Ausblicks. Dieses ist beschriftet mit den Ortsnamen und den Landmarken, die man von hier aus sieht. Und weil es sich schwer beschreiben lässt, was man hier sieht, seht selbst:

Blick nach Tholey mit Abtei © Cora Berger
Blick nach Tholey mit der Benediktinerabtei im Vordergrund
Infotafel auf dem Aussichtsturm Schaumberg © Cora Berger
Tolle Sache, die Infotafeln

Auf dem Aussichtsplateau Schaumbergturm © Cora Berger

Blick von der Aussichtsplattform auf die Schaumberg-Alm © Cora Berger

Irgendwann wird es aber auch Zeit wieder hinab zu steigen und das Plateau genauer zu erkunden. Wie man auf dem Bild mit Blick auf die Alm schon sieht, gibt es neben dem Restaurant einen kleinen Skywalk. Wieder gruselig für Menschen mit Höhenangst wie mich, aber es lohnt sich.

Skywalk Schaumbergplateau © Cora Berger
Der Skywalk

2014 im Sommer habe ich eine 360°-Panorama-Aufnahme von hier gemacht, die ihr auf Google Maps findet. Darüber berichtet habe ich übrigens hier auch.

Direkt neben dem Skywalk sitzen seit einiger Zeit zwei hölzerne Figuren, hier beginnt der kurze Spaziergang „Tholix-Runde“. Auf dessen Verlauf kommt man immer wieder an Überresten verschiedener Wälle, die die Gesichte des Bergs und seiner Türme erzählen.

Schaumbergturm und Holzfiguren © Cora Berger

Tholix-Runde Schaumberg © Cora Berger

Nach dem Spaziergang oder der Wanderung auf einem der vielen Wanderwege an den Hängen des Schaumbergs bietet es sich übrigens an, einen Kaffee oder sogar eine der leckeren Kleinigkeiten im Restaurant Schaumberg-Alm  zu genießen. Für alle, die sich selber etwas mitgebracht haben, oder die es lieber etwas zünftiger mögen, gibt es den Biergarten direkt nebenan.

Biergarten auf dem Schaumbergplateau © Cora Berger
Der Biergarten

Hier befindet sich auch ein großer Spielplatz für Kinder, ganz süß „keltisch-römisch“ gestaltet.

Spielplatz auf dem Schaumbergplateau © Cora Berger

Der Biergarten ist ziemlich gemütlich und auch hier hat man einen tollen Blick auf die Umgebung. Im Sommer geht es hier schon mal zünftig zu, z.B. an den verschiedenen Veranstaltungen. Anfang September findet der Almabtrieb statt, immer mit viel Gaudi und in Trachtenkleidung. Witzige Sache, wirklich.

Bierskulptur von Andrej Löchel © Cora Berger
Prost! Skulptur von Andrej Löchel

Mein Fazit

Der Schaumberg ist auf jeden Fall einen Ausflug wert! Egal, ob ihr hier wandern gehen möchtet oder einfach nur einen gemütlichen Besichtigungsnachmittag macht – hier gibt es beides. Das Plateau und der Turm sind übrigens für Menschen im Rollstuhl erreichbar, das gilt auch für den Herzweg. Die Wanderwege an den Hängen sind teilweise eher Pfade, eng und verschlungen, hier sollte man doch gut zu Fuß sein. Die Ausstellungen im Turm sind schön aufbereitet, sowohl für kleine als auch für große Besucher. Also von mir gibt es eine Empfehlung!

Cora auf dem Schaumbergplateau © Cora Berger

Dieser Beitrag erschien zuerst im September 2015 auf meinem Vorgängerblog „Blick auf“.

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2 Kommentare zu “Der Schaumberg, sein Aussichtsturm und mehr

  1. Tolle Seite! Jetzt freue ich mich noch mehr. Das schaue ich mir am Mittwoch einmal an.
    Das gibt eine schöne MTB Tour von Sulzbach über Finkenrech zum Schaumberg 🙂
    Als Kleinkind war ich das letzte mal mit dem Schlitten dort.
    Auf den Turm werde ich wohl leider nicht gehen können 🙁
    Habe das teure Rad dabei und kann es unten schlecht alleine stehen lassen.
    Schloss alleine langt mir da nicht an Sicherheit.
    Fahrradboxen wären da eine tolle Idee.
    Freue mich auf „Ihren“ Schaumberg.

  2. Pingback: Lieblingsort im Hunsrück: Der Erbeskopf | Green Shaped Heart

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