Mauern der Schmidtburg im Hahnenbachtal © Cora Berger | greenshapedheart.de

Stille, Schiefer & die Schmidtburg: Traumschleife Hahnenbachtaltour

Imposant! Das ist das Wort, das in meinem Kopf herumschwirrt als ich zum ersten Mal hoch oben auf den Mauern der Ruine Schmidtburg stehe. Seit dem Start meiner Solo-Samstagswanderung auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour an diesem Septembertag begleitet sie mich. Immer wieder öffnen sich unterwegs Ausblicke auf die Reste ihrer Gemäuer, machen mich neugierig. Ich habe den Startpunkt so gewählt, dass die Schmidtburg auf den letzten anderthalb Kilometern meiner Wanderung liegt – frei nach dem Motto „das Beste kommt zum Schluss“. Und genauso ist es auch! Was aber hier definitiv nicht heißt, dass der Rest der Tour nicht sehenswert wäre. Ganz und gar nicht.

Ausblick in den Soonwald auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de

Aber alles der Reihe nach. Gestartet bin ich an diesem Samstagmorgen Ende September am Forellenhof Reinhardtsmühle in Bundenbach. Hier befindet sich einer der möglichen Startpunkte für die Traumschleife Hahnenbachtaltour. Auf knapp 10 Kilometern verläuft sie zwischen den Orten Bundenbach, Woppenroth und Schneppenbach im Naturpark Soonwald-Nahe. Dabei überquert oder begleitet sie mehrfach den namensgebenden Hahnenbach in seinem unglaublich stillen Tal. Ausgesucht hatte ich mir diese Traumschleife aus genau diesen Gründen: Natur pur, Stille und doch einiges an Sehenswürdigkeiten unterwegs. Das klang in meinen Ohren nach einem spannendem Mix, für den sich auch gut eine Stunde Anfahrt aus dem Saarland einmal quer durch den Hunsrück lohnt.

Pfad auf der Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de

Los, los, ab auf die Hahnenbachtaltour

Wie bisher immer auf den Traumschleifen habe ich auch hier keine Mühe, vom Parkplatz aus direkt zum Weg zu finden. Die obligatorische Übersichtstafel steht am Wanderparkplatz an den Weihern des Forellenhofs, ein paar Meter weiter finde ich die ersten lilafarbenen Schilder mit der Aufschrift „Hahnenbachtaltour“.

Eigentlich dachte ich, an einem Samstagvormittag hätte ich den Weg mehr oder weniger für mich alleine. Aber nix da, eine große Gruppe mit einigen Hunden hat sich hier am Parkplatz ebenfalls getroffen. Den Lautstärkepegel kannst du dir in etwa vorstellen, oder? Versteh‘ mich bitte nicht falsch, es ist toll, dass sich Gruppen, ob mit oder ohne Hunde, treffen und zusammen wandern. Hilft ja alles nix, ich mache mich schnell auf den Weg und hoffe, die Gruppe abhängen und für mich sein zu können. Eine ganze Weile höre ich sie noch, redend und bellend, irgendwann ist es aber still. Später begegnen wir uns wieder, die Gruppe ist die Tour zum Glück andersherum gegangen.

Felstunnel auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de

Blick auf die Schmidtburg von der Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de
Ein erster Blick auf die Schmidtburg auf der anderen Seite des Tals.

Hahnenbachtaltour, Saar-Hunsrück-Steig und Soonwaldsteig – alles auf einmal

Schon auf den ersten Metern stelle ich fest: Die Landschaft und der Boden hier sind ganz anders als in meiner direkten Umgebungdaheim. Irgendwie karg, steinig, immer wieder blitzt der schwarze Schiefer durch. Schön ist es hier! Kein Wunder, dass hier gleich drei Premiumwege auf einer Trasse liegen: der Saar-Hunsrück-Steig und der Soonwaldsteig begleiten die Hahnenbachtaltour hier nämlich ein ganzes Stück.

Traumschleife Hahnenbachtaltour, Saar-Hunsrück-Steig und Soonwaldsteig © Cora Berger | greenshapedheart.de

Ein Highlight jagt hier auf den ersten paar Kilometern das nächste, ich komme aus dem Staunen kaum heraus. Mehrere Felsentunnel, die durchwandert werden, verlassene Schienen quer über den Weg, ein steiler Anstieg, der mit dem ersten Blick auf die Schmidtburg auf der anderen Seite des Tals belohnt wird, und das Besucherbergwerk Herrenberg, eine altes Schieferbergwerk. Hier befindet sich übrigens der offizielle Startpunkt der  Traumschleife Hahnenbachtaltour, Kilometer 0 sozusagen. Kurz danach mache ich einen kurzen Abstecher zur Keltensiedlung Altenburg, die ich aber nur von außen anschauen kann. Erinnert mich an das Keltendorf am Keltenpark Otzenhausen. Wer das Besucherbergwerk und die Keltensiedlung besichtigen möchte, sollte seine Wanderung so timen, dass er zu den festgelegten Zeiten der Führungen hier ist. Ich war 20 Minuten zu spät für das Besucherbergwerk, hatte mich aber vorab auch nicht informiert.

Keltensiedlung Altenburg im Soonwald © Cora Berger | greenshapedheart.de

Apropos Informationen: Schön gemachte Infotafeln erklären mir unterwegs die Bergwerksvergangenheit der Region und erzählen verschiedenen Anekdoten, zum Beispiel über die „Suppenträgerwege“. Später verläuft der Wassererlebnispfad parallel, der nicht nur für Kinder mit einer Art Frage- und Antwortspiel auf Tafeln wirklich schön gemacht ist.

Weite Ausblicke auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de
Auch weite Ausblicke gibt es hier immer mal wieder.

Natur pur im Hahnenbachtal

Die Hahnenbachtaltour ist mal wieder eine Traumschleife voll nach meinem Geschmack. Stille, Bachplätschern, fast nur Wald und immer wieder tolle Aussichten, die für die vielen Anstiege belohnen. Natur pur tatsächlich. Mal wieder ist die Kamera im Dauereinsatz. Besonders der Schiefer hat es mir angetan, ein tolles Motiv und ein faszinierendes Gestein.

Schiefer im Soonwald auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de

Pause im Hahnebachtal © Cora Berger | greenshapedheart.de
Pause am Hahnenbach

Nachdem ich den Hahnenbach über eine große Brücke aus Douglasie – wieder eine tolle Infotafel – überquert und ein wenig durch das Tal gewandert bin, komme ich an die Ruine Hellkirch. Ein fantastischer Ausblick bietet sich hier, ideal stehen die Bänke hier für eine Pause. Überhaupt könnte ich hier dauernd Pause machen, so viele tolle Rastplätze mit Aussichten bietet die Hahnenbachtaltour.

Ruine Hellkirch auf der Traumschleife Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de
Die Ruine Hellkirch

Endlich: Die Schmidtburg

Noch gut ein Kilometer bis zum Startpunkt liegt nur noch vor mir als ich endlich vor ihr stehe – die Schimdtburg. Aus dem Wald heraus kommend sieht die Ruine noch gar nicht so imposant aus, man erkennt eine Brücke, darüber thronen alte Gemäuer auf einem Felsen. Nach Überquerung der Brücke betritt man die Burganlage bzw. das, was noch übrig ist. Die Schmidtburg soll übrigens ein Zufluchtsort des Räubers Schinderhannes gewesen sein. Der verfolgt mich an diesem Wochenende, denn auch auf der Traumschleife Wind, Wasser & Wacken, die ich am nächsten Tag wandere, ist er allgegenwärtig.

Steintreppe in der Ruine der Schmidtburg © Cora Berger | greenshapedheart.de

Eidechse auf der Schmidtburg im Hahnenbachtal © Cora Berger | greenshapedheart.de
Ein kleiner und ganz schön schneller Burgbewohner.

Rechts von mir führt eine lange Treppe nach oben. Überblick ist immer gut, also kraxele ich über die ausgetretenen steinernen Stufen nach oben. Oben angelangt liegt die Ruine fast komplett vor mir, der Blick ist fantastisch. Die Herbstsonne scheint warm als ich mich auf eine der Mauern setze und mein letztes Stück Schokolade genieße.

Das ist einer dieser Momente und einer dieser Orte, die mir so viel geben. Das Gefühl, allein auf der Welt zu sein, in dieser Stille. Freiheit. Ruhe. Entspannung. Und ganz viel Kraft.

Schokolade auf der Schmidtburg im Hahnenbachtal © Cora Berger | greenshapeheart.de

Ruine der Schmidtburg im Hahnenbachtal © Cora Berger | greenshapedheart.de

Natürlich bin ich nicht alleine, es sind noch andere Besucher und Wanderer hier, aber man merkt es kaum. Eine Handvoll Menschen vielleicht, in den Ecken der Ruine verstreut und ebenfalls diesen Ort genießend.

Ich streune noch eine ganze Weile durch die Burg. Die einzelnen „Räume“ sind beschriftet, ich finde die Küche, den Pferdestall, das Backhaus, die Zisterne und vieles mehr. Rund um die Schmidtburg herum: Nur grün und schon ein ganz kleines bisschen herbstliches Bunt, wohin man auch blickt. Ich erkenne die große, graue Schieferhalde vor dem Besucherbergwerk auf der anderen Seite des Tals, weiß, dass ich die vorherigen Stunden im Wald rundherum unterwegs war.

Blick auf das Besucherbergwerk Herrenberg © Cora Berger | greenshapedheart.de
Blick auf die Schieferhalde am Besucherbergwerk Herrenberg gegenüber der Schmidtburg.

Es fällt mir ein bisschen schwer, wieder weiter zu wandern, es ist einfach zu schön hier. Der Ausblick, hier in wenigen Wochen eine Nacht am Lagerfeuer und im Zelt verbringen zu dürfen, macht es ein wenig leichter, ich freue mich tierisch darauf in diesem Moment. Ja, tatsächlich kann man auf der Schmidtburg zelten, nur nach Anmeldung beim Burgvogt allerdings. Und ja, es ist einfach unvergesslich, kann ich jetzt sagen. 😉

Feuerstelle auf der Schmidtburg auf der Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshapedheart.de
Unsere Feuerstelle und Schlafplatz für zwei Wochen später 😉

Der letzte Kilometer entlang des Hahnenbachs

Vor lauter Faszination habe ich kurzfristig die Beschilderung der Traumschleife Hahnenbachtaltour auf der Burg aus den Augen verloren. An der großen Sinnenbank finde ich wieder ein Schild, es leitet mich außen an den hohen Burgmauern vorbei und ins Tal hinab. Der letzte Kilometer ist idyllisch, immer am Hahnenbach entlang.

Bachbett des Hahenbachs an der Hahnenbachtaltour © Cora Berger | greenshhapedheart.de

Ich quere eine  Holzbrücke und stehe wieder auf dem Gelände des Forellenhofs Reinhardtsmühle, meinem Startpunkt. Hier bietet sich noch eine Einkehr an. Hierzu kann ich leider nichts sagen, denn so gerne ich alleine wandere, so ungern setze ich mich allein in ein Café oder Restaurant.

Mein Fazit zur Hahnenbachtaltour

Eine tolle, eher kurze, aber doch anspruchsvolle Tour mit ganz viel Natur und Grün, Entdeckungen und Sehenswertem am Wegesrand. Es lohnt sich und die 93 Erlebnispunkte des Deutschen Wanderinstituts kommen nicht von ungefähr. Hier werde ich bestimmt zum Wiederholungstäter – und das ist wirklich nicht bei allen bisher von mir begangenen Wegen der Fall.

Hier findet ihr noch den offiziellen Outdooractive-Eintrag der Hahnenbachtaltour mit GPS-Download etc.:

Das könnte dich auch interessieren

10 Kommentare zu “Stille, Schiefer & die Schmidtburg: Traumschleife Hahnenbachtaltour

  1. Pingback: Traumschleife Wind, Wasser & Wacken: Eine Herbstwanderung | Green Shaped Heart

  2. Ein schöner Beitrag liebe Cora! Diese Traumschleife kenne ich bislang noch nicht, Du hat mir aber definitiv Lust darauf gemacht.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Jörg

    • Vielen Dank, lieber Jörg. 🙂
      Die Hahnenbachtaltour lohnt sich, trotz ihrer relativ wenigen Kilometer, finde ich. Freut mich, dass ich dich inspirieren konnte.

      Danke, auch dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße!
      Cora

  3. Die Tour kommt auf jeden Fall auch auf meine Liste!
    Aurora

  4. Jepp, diese Runde würde ich auch SOFORT noch einmal gehen. Die Burg ist hier das absolute Highlight aber auch die Wegeführung ein Traum.
    Danke für´s Erinnern und Dir ein tolles Wochenende

    Elke

  5. Wir haben diesen Tour auch gemacht am 21.9.17 es ist wirklich eine sehr schöne Tour, den schönste Traumschleifen der wir diesen Jahr gemacht haben. Wir haben ein B & B im Hunsrück und machen selbst mehrmals Ausflüge und Wanderungen in unserem Gegend.
    Auf unsere facebookseite poste ich denn immer die Bilder.😊

    • Hey Jenny,

      ja, gell, eine tolle Tour! Ich war nur ein paar Tage später als ihr dort unterwegs, schaue gleich mal auf eure Facebook-Seite. 🙂

      Liebe Grüße
      Cora

  6. Danke für deine likes auf unsere Facebooksite.

    Libe Grüße,
    Jenny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Webseite einverstanden. Hier geht es zu den Datenschutzhinweisen.